Kunstauktion no 191 – 24./25.06.2022

Vorbericht

Liebe Freunde, liebe Kunden,

den Vorbericht zur Kunstauktion no 183 am 07. November 2020 finden Sie ab dem 26. Oktober 2020 hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch der Vorbesichtigung.

Ihr Kunst- und Auktionshaus Kastern

Kunstauktion no 191
24. Juni 2022 ab 15 Uhr
25. Juni 2022 ab 11 Uhr

Vorbericht

Kunstauktion im Kunst- und Auktionshaus Kastern:

Sehr verehrte Kunden, liebe Freunde des Hauses, 

wir freuen uns auf die große zweitägige Kunstauktion am 24. und 25. Juni 2022 mit insgesamt über 1.900 Losen in allen Sparten unseres Hauses.

Unter den Highlights der Auktion befinden sich diesmal einige interessante Lose von namhaften Expressionisten der Künstlervereinigung Brücke, die zum Teil aus dem Nachlass des Malers Otto Herbig und dessen Frau Elsbeth, der zweiten Frau Otto Muellers, stammen. Als Los 0639 wird eine bislang unbekannte, rückseitig von Karl Schmidt-Rottluff und seiner Frau Emy beschriebene Postkarte angeboten, die sich an Otto Mueller und dessen Frau richtet (Aufruf 10.000.- Euro). Die Karte aus dem Jahr 1924 ist vorderseitig von der Hand Karl Schmidt-Rottluffs mit einer Tusche- und Farbstiftzeichnung von Schlangen, einer Echse und einer Ameise versehen.

Eine weitere, bisher ebenso nicht bekannte Postkarte mit einem Holzschnitt von Erich Heckel kommt als Los 0864 mit 3.000.- Euro zum Aufruf. Die Postkarte ist rückseitig beschrieben von den Ehepaaren Siddi und Erich Heckel sowie Tekla und Alfred Hess und richtet sich an Otto und Elsbeth Mueller. Der Holzschnitt „Im Atelier“ stammt aus dem Jahr 1922 und wurde von Heckel ursprünglich für einen Ausstellungskatalog in 500er Auflage gefertigt. Der Abzug der Postkarte entstand außerhalb dieser Auflage. Der Erfurter Schuhfabrikant Alfred Hess und seine Frau, die ausgebildete Kunsthistorikerin Tekla Hess, waren ein bedeutendes Sammlerehepaar, die Arbeiten vieler bedeutender Künstler der Moderne in ihrer Sammlung hatten. Der Postkartentext der Heckels dokumentiert das Interesse des Sammlerehepaars an Arbeiten von Otto Mueller.

Weiterhin möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf das Los 0640 der Auktion lenken, eine Bleistiftzeichnung einer Tänzerin von der Hand Ernst Ludwig Kirchners (Aufruf 11.000.- Euro) aus dem Jahr 1910. Sie entstand als Kirchner in diesem Jahr in Dresden eine Varieté-Aufführung besuchte. Dabei fertigte er fünf Skizzen des Gesehenen an, von der nur eine, die hier angebotene, weiterverkauft wurde. Das Skizzenbuch mit den vier anderen Blättern befindet sich heute im Kirchner-Museum in Davos (Presler Skb 21-18-22). Die Bleistiftzeichnung erfasst die Silhouette und die Bewegungen der Tänzerin in rasch hingesetzten und präzisen Strichen. Kirchner nutzte das Skizzieren unablässig zur Selbstvergewisserung seiner künstlerischen Intuition wie zur Formfindung und -entwicklung.

Unter den älteren Gemälden bieten wir Ihnen diesmal ein hervorragendes Stillleben des Franzosen Jean Valette-Falgores Penot (1710-1777) an (Los 0758, Aufruf 12.000.- Euro). Das in Trompe l`oeil-Manier gemalte Bild stellt täuschend echt eine Schokoladenkanne, einen Silberbecher, Pfirsiche und eine Walnuss dar. Penot wirkte in der Tradition der flämischen und niederländischen Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts und entwickelte deren Errungenschaften weiter zu einer besonderen zurückhaltenden Eleganz. Die Malerei changiert in reduzierter Tonalität zwischen den silbrigen Valeurs der Gefäße und den warm leuchtenden Rottönen der Pfirsiche. Besonders reizvoll erscheint die Spiegelung der Früchte in der Chocolatiere.

Als besonderes, auch auf dem Katalogcover abgebildetes Highlight, dürfen wir Ihnen diesmal im Bereich des Porzellans eine Kronenterrine, auch Drüselkästchen genannt, anbieten (Los 0077, Aufruf 10.000.- Euro). Ursprünglich wurde dieses Kästchen für Nähutensilien von der Erzherzogin Österreichs Maria Josepha, seit 1733 auch Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen, bei der Porzellanmanufaktur Meissen in Auftrag gegeben. Später wurde dieses Objekt auch für andere Auftraggeber und mit anderen Wappen gefertigt. Das hier angebotene Exemplar stammt aus der Zeit um 1850 und trägt das Allianzwappen Brühl-Kolowrat-Krakowsky.

Im Bereich der Uhren bieten wir Ihnen als besonderes Schmuckstück eine sehr seltene Emaille-Spindeluhr an, die ca. 1790 in der Manier von Jean-Louis Richter gefertigt wurde (Los 1387, Aufruf 6.000.- Euro). Auf dem Gehäuse dieser Uhr ist in feinster Lupenmalerei in antikisierender Manier und durch das weibliche Gewand mit deutlichem Bezug zu Frankreich eine Reminiszenz an die Heilige Familie wiedergegeben.

Wir wünschen Ihnen nun viel Freude beim Durchblättern des Katalogs und freuen uns schon, Sie bei der Auktion persönlich begrüßen zu können.

Ihr Kunst- und Auktionshaus Kastern

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