Kunstauktion no 193 – 19.11.2022

Vorbericht

Liebe Freunde, liebe Kunden,

den Vorbericht zur Kunstauktion no 193 am 19. November 2022 finden Sie ab dem 26. Oktober 2022 hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch der Vorbesichtigung.

Ihr Kunst- und Auktionshaus Kastern

Vorbericht

Kunstauktion no 193
19. November 2022 ab 11 Uhr

Liebe Kunden, liebe Freunde des Hauses,

am 19. November, zu Beginn der Vorweihnachtszeit, findet bei uns wieder eine große Kunst- und Antiquitätenauktion mit über 1.400 Losen aus allen bekannten Sparten unseres Hauses statt.

Im Bereich der Altmeistergemälde sei zunächst auf ein Ölbild eines um 1500/1520 tätigen niederländischen Meisters hingewiesen, das dem Bildtypus der „Milchspende des Hl. Bernhard von Clairvaux“ zugehört (Los 41, Aufruf 8.000 Euro). Der Heilige ist in inniger Anbetung der Gottesmutter dargestellt, die ihm in der Vision seines Gebets erscheint und mit ihrer Milch benetzt. Auf der Unterlippe von Bernhard ist ein kleiner Milchtropfen zu erkennen. Von einem ähnlichen Gemälde im Lübecker St. Annen-Museum unterscheidet sich unser Bild z. B. durch die Küstenlandschaft im Hintergrund.

Des Weiteren möchten wir Sie auf das Gemälde „Das Ende eines Traumes“ des Symbolisten Louis Marie Joseph Ridel aufmerksam machen. Der Schüler Gustave Moreaus an der École des Beaux-Arts in Paris malte das Bild, das das Ende einer Liebe veranschaulicht, im Jahr 1913. Das Paar sitzt, getrennt durch einen groß wirkenden weiß gedeckten Tisch, in einem herbstlichen Laubpavillon. Ihr Blick geht geistesabwesend ins Leere während er noch in einem Gestus des Verzweifelns ihre Hand berührt. Das bekannte Gemälde war 1913 im Pariser Salon des artistes français ausgestellt (Los 14, Aufruf 18.000 Euro).

Der bedeutende Porträtmaler Nikola Michailow, der an den Kunstakademien München, Paris und London ausgebildet wurde und u. a. ein Bildnis der bulgarischen Zarenfamilie im Schloß zu Sofia schuf, ist mit einem Porträt der Miss America von 1924 vertreten. Das Gemälde ist signiert sowie mit dem Jahr 1924 datiert und wird als Los 65 für 4.000 Euro aufgerufen.

Bei den Skulpturen sind besonders zwei Bronzen von Fritz Klimsch hervorzuheben, die „Kleine Neride“ (Los 377, Aufruf 4.000 Euro) sowie die „Kleine Freundin“ (Los 378, Aufruf 8.000 Euro). Beide Figuren wurden bei NOACK in Berlin gegossen und haben ein Monogramm des Künstlers sowie einen Gießervermerk. Die sich reckende Neride, deren Typus eines stehenden Frauenakts Klimsch verschiedentlich variierte, ist nicht im Werkverzeichnis von Hermann Braun eingetragen. Der Original-Gips der Figur „Kleine Freundin“ existierte bereits um 1920, als ihn der Künstler dem befreundeten Ehepaar Cohnitz in Berlin schenkte.

Unter den zahlreichen interessanten Armbanduhren sticht besonders eine wunderbare Patek Philippe Automatik-Herrenuhr hervor, die ursprünglich im Jahr 1995 erworben

wurde. Das Modell Perpetual Calendar 3940 ist aus feinstem 750er Gelbgold gefertigt und verfügt neben dem ewigen Kalender u. a. auch über eine Mondphasenanzeige, Saphirglas und Saphirglas-Sichtboden. 

Die Uhr wird zusammen mit einem batteriebetriebenen Uhrenbeweger von Patek Phillipe aus rotem Leder angeboten (Los 555, Aufruf 50.000 Euro). Sie können sich außerdem auf eine interessante Sammlung von Taschenuhren freuen, z. B. eine seltene Patek Philippe aus 750er Gelbgold mit guillochiertem Gehäuse von 1900 (Los 541, Aufruf 3.000 Euro) oder eine A. Lange & Söhne Savonette aus 750er Roségold mit Viertelrepetition, ebenfalls um 1900 (Los 550, Aufruf 2.500 Euro).

Im Silber erwartet Sie eine besonders schöne Sammlung von Georg Jensen-Objekten (Lose 842-848, 850-852, 858). Darunter befinden sich auch mehrere von dem bedeutenden modernen dänischen Künstler und Designer Johan Rohde für Jensen entworfene Stücke, etwa eine seltene Jugendstil Tazza (Los 842, Aufruf 1.400 Euro) oder eine Schale des Art Déco (Los 841, Aufruf 1.500 Euro). Auch drei Silberobjekte mit eingearbeiteten Münzen – eine Münzplatte, ein Humpen und ein Deckelpokal auf Presentoir – dürften Sammlerherzen höher schlagen lassen. Der Münzhumpen stammt aus dem 18. Jahrhundert, wohl von Christian Mentzel d. J. in Breslau (Los 881, Aufruf 2.500 Euro).

Im vielfältigen Angebot des Porzellans befindet sich als Los 1057 das 136-teilige Porzellanservice „Sirenas Peinadas con Coral y Hormiga“ von Salvador Dali (Aufruf 4.500 Euro). Das Service wurde 1977 entworfen und bei Schirnding Bavaria in einer Auflagenhöhe von 1.000 Exemplaren hergestellt. Das hier angebotene Service trägt die Nummer 504 und ist vollständig mit der zugehörigen lederbezogenen Truhe.

In der Sparte der Keramik wird u. a. ein Picasso-Teller aus dem Service Visage Noir von 1948 versteigert. Die Teller dieses Services zählen zu Picassos ersten Keramik-Editionen. Sie wurden nur in geringer Auflage von 100 Exemplaren hergestellt. Der angebotene Teller ist das Stück „J“ des Services. Er ist unterseitig in Schwarz mit dem J bezeichnet und trägt eingepresst die Marke der Manufaktur Madoura, in der Picasso seit 1947 seine Keramiken herstellte (Los 1225, Aufruf 2.500 Euro).

Auch in dem weiteren umfangreichen Angebot der Auktion finden sich zahlreiche interessante Objekte. In der alten Grafik können Sie z. B. einen kolorierten Kupferstich von Willem Blaeu (1571-1638) entdecken, der den amerikanischen Kontinent nach den Kenntnissen des frühen 17. Jahrhunderts wiedergibt (Los 333, Aufruf 900 Euro) und unter den Asiatika einen filigran in der Form eines Bootes beschnitzten Pfirsichkern (Los 1345).

Wir wünschen Ihnen nun viel Freude beim Durchblättern des Katalogs und freuen uns schon, Sie bei der Auktion persönlich begrüßen zu können.

Ihr Kunst- und Auktionshaus Kastern

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