Auktion no 173 – 01.12.2018

Vorbericht

Erwartungsvoll blicken wir auf unsere diesjährige Winterauktion und freuen uns Ihnen hierfür wieder eine abwechslungsreiche und qualitätsvolle Auswahl von mehr als 1.300 Losen aus den verschiedenen Bereichen der Kunst und des Kunsthandwerks präsentieren zu können.

Gabriele Münters farbenfrohes Stillleben „Blumen“ aus dem Jahr 1954 (Los 0087, Taxe 60.000.- Euro) zählt zu den Highlights im Angebot der Malerei der klassischen Moderne. Das in leuchtenden Farben gehaltene Gemälde ist ein typisches Beispiel innerhalb des Werkes der Künstlerin, die neben Paula Modersohn-Becker als bedeutendste deutsche Malerin des Expressionismus gilt.
Der weltbekannte Bauhaus-Künstler Lyonel Feininger ist mit zwei maritimen Aquarellen vertreten. Die „Flussmündung“
(Los 0085, Taxe 50.000.- Euro) entstand 1933, aus dem darauffolgenden Jahr stammt die Arbeit „Kleiner Zweimastsegler“
(Los 0086, Taxe 50.000.- Euro). Einen Kontrast zu den analytisch strengen Kompositionen Feiningers bildet die Bodenseelandschaft von Otto Dix, die der Künstler in kräftigen, teilweise ineinander verlaufenden Farben Anfang der 1950er Jahre malte (Los 0084, Taxe 20.000.- Euro).
Liebhaber der Gebirgsmalerei dürfte besonders Oskar Mulleys großformatiges Gemälde eines alpinen Bauernhofes erfreuen, das vom Künstler in der für ihn typischen pastosen Spachteltechnik umgesetzt wurde (Los 0045, Taxe 40.000.- Euro). Eine Sammlung von mehr als 15 Wild- und Jagdgemälden von Malern wie Carl Friedrich Deiker, John Fery, Carl Zimmermann, Willi Lorenz oder Paul W. Dahms sei ebenfalls erwähnt.
Bei den plastischen Arbeiten erwartet Sie mit Ernst Barlachs Bronzefigur „Lachende Alte“ ein weiteres museales Highlight
(Los 0345, Taxe 18.000.- Euro).
Im Bereich der zeitgenössischen Kunst können wir Ihnen eine Handzeichnung des bedeutenden baskischen Bildhauers und Grafikers Eduardo Chillida präsentieren (Los 0081, Taxe 5.000.- Euro). Das Gemälde „Ein Engel kommt an“ von Arik Brauer aus dem Jahr 1966 ist ein schönes Beispiel für die Malerei des Wiener Phantastischen Realismus (Los 0094, Taxe 5.000.- Euro).

Einige ungewöhnliche und nicht nur historisch sehr interessante Stücke stammen aus dem Nachlass des SPD Politikers
Egon Franke, der zwischen 1969 und 1982 unter Willy Brandt und Helmut Schmidt Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen war. Eine silberne Zigarettendose mit der gravierten Signatur Helmut Schmidts – ein Geschenk des Bundeskanzlers an Franke (Los 0370, Taxe 500.- Euro) – und eine Sitzbank samt Schreibpult aus dem Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn (Los 0415, Taxe 2.000.- Euro) kommen hier zum Aufruf.
Bedeutende Arbeiten norddeutscher Silberschmiede aus Hameln und Hannover stellen die Höhepunkte im Silberangebot dar.
Zwei Deckelterrinen – die eine von Georg Justus Horlebusch (Hameln), entstanden um 1750 (Los 0765, Taxe 11.800.- Euro),
eine weitere von Georg Julius Friedrich Knauer (Hannover) – seien hier exemplarisch erwähnt (Los 0790, Taxe 17.000.- Euro).

Ein umfangreiches und vielfältiges Angebot im Bereich der Schmuckstücke rundet das Angebot der diesjährigen Winterauktion ab.
Darunter sind insbesondere zwei historisch interessante Objekte aus dem 19. Jahrhundert hervorzuheben: zum einen die goldene Taschenuhr mit Inschrift (Los 0471, Taxe 2.000.- Euro), die 1840 vom russischen Thronfolger Alexander II. Nikolajewitsch
dem Freiherrn Carl Friedrich August Eberhard von Esebeck (1821-1866) verliehen wurde – von Esebeck war Major im
Garde-Füsil-Regiment und starb an der Cholera in Brünn in Mähren – zum anderen eine antike Email-Armspange (Los 0581,
Taxe 2.200.- Euro). Diese war ein Geschenk des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795–1861) an Frau Johanne Marie Eugenie von Schleinitz, geb. von Hippel (1804–1850). Als erste Ehefrau von Johann Eduard Freiherr von Schleinitz (1798-1869), der ein Preußischer Beamter, wirklicher Geheimer Rat und Oberpräsident der Provinz Schlesien war, erhielt sie diese Kostbarkeit im Jahr 1845. In demselben Jahr trat Ihr Sohn, der spätere Vizeadmiral Georg von Schleinitz (1834–1910), im Alter von elf Jahren in die Preußische Marine ein.
Insgesamt erwartet Sie ein abwechlunsgreiches und spannendes Angebot, aus dem sich vielleicht auch ein passendes Geschenk für den weihnachtlichen Gabentisch finden lässt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Kataloglektüre und freuen uns auf Ihren Besuch der Vorbesichtigung!
Ihr Kunst- und Auktionshaus Kastern

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