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128. Kunstauktion - 26. September 2009
Nachbericht
Die Herbstauktion bei KASTERN in Hannover verlief mit exzellenten Resultaten. Das Haus konnte nach der Auktion eine sehr gute Bilanz ziehen.
Den höchsten Erlös erzielten zwei Werke des Künstlers Lee Man Fong, die zusammen für 72.000 Euro an einen Kunden ins ferne Ausland gehen (Los 0102, 0103, Schätzpreis je 18.000 Euro). KASTERN eröffnete die Auktion mit einem weiteren großen Highlight. Die Venedig-Vedute "Der Molo mit der Bibliothek", gemalt von Pietro Bellotto (oder Bellotti) bzw. aus seinem Umkreis (Los 0002), löste ein starkes Bietgefecht aus. Ein Dutzend Italien-Liebhaber aus dem In- und Ausland steigerten das Gemälde auf 45.000 Euro (Schätzpreis 7.700 Euro). Den Zuschlag erhielt ein Italiener. Ferner zogen Altmeister-Gemälde Interessenten in ihren Bann. Die "Südländische Landschaft mit Baumgruppe" (Los 0006) konnte für 4.000 Euro verkauft werden und die Genreszene „Wirtshausszene“ des Haarlemer Malers Jan Miense Molenaer (Los 0007) wechselt für 4.750 Euro den Besitzer.
Im Übergang zur Moderne sorgte die qualitätvolle Zeichnung „Frühmesse“ von Giovanni Segantini für Aufsehen. Lange Zeit gehörte das Blatt (Pastell mit Bleistift) einer italienischen Sammlung an und wurde am Samstagvormittag für 27.000 Euro versteigert (Los 0055, Schätzpreis 25.000 Euro). An einen Sammler der Worpsweder Schule ging das hochwertige Frühwerk von Otto Modersohn mit dem Titel „Abend in Worpswede“ von 1897 für den Preis von 35.000 Euro (Los 0063, Schätzpreis 40.000 Euro). Die Kohle-Zeichnung von Oskar Kokoschka „Kleiner Junge“ im Halbporträt und en face erzielte 6.600 Euro (Schätzpreis 4.800 - 6.000 Euro). Das großformatige „Blumenstillleben mit Früchten“ (Los 0105) des Berliner Seccesionisten Wilhelm Kohlhoff wechselt für 6.500 Euro den Besitz.
Es blieb an diesem Auktionstag dabei, wieder sorgten zwei Ansichten von Italien für Aufregung. Das kleine Ölgemälde "Venedig im Nebel" des Münchner Schülers Georg Sauter aus dem Jahr 1924 wurde mit 680 Euro aufgerufen, aber der Zuschlag fiel erst bei 2.600,- Euro (Los 0174). Das Gedränge um die "Ansicht von Sorrent", ein Spätwerk Sasha Schneiders von 1925, kletterte auf 4.400 Euro (Los 0179, Schätzpreis 1.800 Euro).
Im grafischen Bereich waren die französischen Künstlernamen und abstrakte Darstellungen gefragt. Farbstark ging es mit der Farblithografie von Sonja Delaunay „Les trois graces“ (1972) los, die für 850 Euro verkauft wurde (Los 0215, Schätzpreis 650,-). Pierre Soulages "Lithographie No. 8" erzielte 1.000 Euro (Los 0224, Schätzpreis 200 Euro). Bis auf 1.585 Euro wurde Paul Wunderlichs Wappenwerk mit vier Farblithografien „Jahreszeiten“ geboten (Schätzpreis 750 Euro) und 1.700 Euro wurde für die Mappe "Fünf Lithografien zu Rosa" (Schätzpreis 1.000 Euro) gezahlt.
Mit einem vortrefflichen Resultat in der Rubrik Kunsthandwerk versteigerte KASTERN eine Jugendstil-Büste aus Terrakotta von George Charles Coudray. Die sehr gute Arbeit erzielte 4.600 Euro (Los 0273, Schätzpreis 440 Euro). Auf besonders hohe Resonanz stieß eine große Cloisonné-Vase um 1900 (Höhe 53 cm), die nicht nur das Interesse asiatischer Kunden weckte. Viele Telefon-Bieter hatten sich bei der chinesische Vase (Los 0295, Schätzpreis 700 Euro) registrieren lassen, aber nur einer erhielt bei 5.500 Euro den Zuschlag.
Sehr gute Nachfrage zeigte sich auch am Porzellan. Ein ausländischer Saalbieter freute sich über den Zuschlag des 9teilige Dejeuner von KPM Berlin (Los-Nr. 0626, Schätzpreis 550 Euro), das für den spitzen Preis von 4.000 Euro an ihn ging. Andere Porzellansammler kämpften um den Erwerb des 21teiligen Mokkaservices von Meissen "1001 Nacht" und einem Wandteller, welche für den Preis von zusammen 6.200,- Euro verkauft werden konnten (Los 0724, 0725).
Im Bereich des Silbers ist das große Silbertablett (Los 0843, Schätzpreis 1.100,- EUR) des Meisters G. Echerling aus Dt. Eylau von 1903, mit 39 eingearbeiteten Silbermünzen und dem Wappen der Familie von Schimmelmann hervorzuheben, das den hohen Wert von 3.300 Euro einbrachte. Die versilberte und im außergewöhnlichen Design bestehende Kanne (Entwurf des Designers Christopher Dresser aus dem Jahr 1883) von Benham & Froud, erzielte den Schätzpreis 750 Euro. Großes Interesse hatten Kunden an den sehr dekorativen, französischen Boulle-Möbeln aus der zweiten Hälfte des 19. Jhs. wie auch an den Empire-Uhren. Los 0348 wurde von dem Schätzpreis 550 Euro auf 4.800 Euro gesteigert.

Lee Man Fong
(1913 Guangzhou, Canton, China - 1988 Jakarta, Indonesien)
Junge Frau. 101 x 50 cm. Gemälde.
ZUSCHLAG 36.000,- Euro
Lee Man Fong
(1913 Guangzhou, Canton, China - 1988 Jakarta, Indonesien)
Junge Frau bei der Arbeit. 101 x 50 cm. Gemälde.
ZUSCHLAG 36.000,- Euro
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KASTERN
Das Kunst & Auktionshaus
Hildesheimer Straße 7
30169 Hannover
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Telefax: +49 (0)511 - 85 10 66
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Allgemeine Öffnungszeiten
Montag - Freitag 10 - 18 Uhr
Sonnabend 10 - 13 Uhr

Pietro Bellotto (oder Bellotti) oder Umkreis (1749 nachgewiesen in Toulouse - um 1815). Der Molo mit der Bibliothek.
58,7 x 73,4 cm. Ölgemälde
ZUSCHLAG 45.000,- Euro

Jan Miense Molenaer
(um 1610 - Haarlem - 1668)
Wirtshausszene. 39 x 52 cm. Ölgemälde
ZUSCHLAG 4.750,- Euro

Giovanni Segantini.
(1858 Arco - 1899 Schafberg/Pontresina)
Frühmesse. 35 x 74 cm. Pastell und Bleistift/Papier.
ZUSCHLAG 27.000,- Euro

Otto Modersohn
(1865 Soest - 1943 Rotenburg)
„Abend in Worpswede“. 70,5 x 112,5 cm. Gemälde.
ZUSCHLAG 35.000,- Euro

Kaffeekanne. Benham & Froud. London.
Entwurf: Christopher Dresser (1834–1904).
ZUSCHLAG 750,- Euro
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